Meine aktuellen Vorträge im Herbst/Winter 2018/19: 

      Die Geburtsblase der Sonne

      Ein sterbender Stern schuf einen Kokon für unser Sonnensystem

      Seit einigen Jahrzehnten nimmt man an, dass an der Entstehung unseres Sonnensystems eine Supernova-Explosion beteiligt war. Der Grund dafür: Man findet in Meteoriten, die während der Anfangszeit unseres Sonnensystems entstanden, Zerfallsprodukte von radioaktiven Elementen, die bei Supernova-Explosionen erzeugt werden. Doch wirft man einen genaueren Blick auf die Mengenverhältnisse dieser Elemente, passt es vorne und hinten nicht zusammen. Untersuchungen eines Forscherteams der Universität Chicago zeigen jetzt, dass der in den Meteoriten gefundene Eisen-60-Anteil im Verhältnis zum Aluminium-26-Anteil viel zu gering ist. Das kann viel besser damit erklärt werden, dass unser Sonnensystem in einer Blase entstand, die ein so genannter Wolf-Rayet-Stern um sich herum geschaffen hat. Das sind sehr massive Sterne (10- bis 250-fache Sonnenmasse), die im Endstadium ihres Lebens große Teile ihrer Masse wegblasen und so einen Kokon um sich herum schaffen, in dem neue Sonnensysteme mit Elementverteilungen wie die in unserem entstehen können.

      Mo

      24.09.2018

      Bergisch-Gladbach

      Di

      25.09.2018

      Bad Honnef

      Do

      27.09.2018

      Eschweiler

      Mo

      08.10.2018

      Bergheim

      Mo

      05.11.2018

      Neuss

      Mi

      07.11.2018

      Rheinbach

      Mo

      12.11.2018

      Düsseldorf

      Mo

      19.11.2018

      Frechen

      Di

      20.11.2018

      Dormagen

      Mi

      21.11.2018

      Düren

      Mi

      28.11.2018

      Viersen

      Warum gibt es Materie?
      Geisterteilchen mit wechselnden Identitäten verbergen womöglich die Antwort
      "Ich habe etwas ganz Schreckliches getan", sagte Wolfgang Pauli, nachdem er die Existenz des Neutrinos vorhergesagt hatte. Er dachte, man würde es nie entdecken können. Doch im Jahr 1956 wurde es im Forschungsprojekt "Poltergeist" in Los Alamos nachgewiesen. Genauer gesagt: das Elektron-Neutrino. Denn es stellte sich später heraus, dass es (mindestens) drei Arten von Neutrinos gibt. Und es wurde noch verrückter: Man wusste inzwischen, dass Elektron-Neutrinos bei der Kernfusion im Innern der Sonne erzeugt werden. Aber auf der Erde konnte man nur etwa ein Drittel der erwarteten Teilchen nachweisen. Inzwischen ist klar: Die Neutrinos können ihre Identität wechseln. Aus Elektron-Neutrinos werden während des kurzen Flugs zur Erde zum Teil Myon- oder Tau-Neutrinos. Spannend ist eine Meldung des japanischen Forschungsprojekts Kamiokande vom August 2017: Die Antimaterieteilchen der drei Neutrino-Arten wechseln ihre Identität mit einer anderen Rate als die Materieteilchen. Das ist möglicherweise die Erklärung dafür, dass nach dem Urknall Materie im Universum übrig geblieben ist.

      Mi

      12.09.2018

      Leverkusen

      Mi

      10.10.2018

      Meckenheim

      Di

      13.11.2018

      Stolberg

      Zwerggalaxien surfen auf Dunkler Materie
      Superautobahn verbindet Milchstraße mit entfernten Galaxien

      Seit 80 Jahren beobachten Astronomen, dass sich Sterne und Galaxien so bewegen, als ob im Mittel etwa fünfmal so viel Materie vorhanden wäre als tatsächlich sichtbar ist. Aufgrund von immer besser werdenden Beobachtungsdaten und Berechnungen setzte sich die Theorie durch, dass diese "fehlende" Materie tatsächlich existiert. Doch eine seltsame Beobachtung ließ um 1980 wieder Zweifel an der Existenz dieser Dunklen Materie aufkommen: Die Milchstraße wird von Zwerggalaxien umkreist. Es stellte sich heraus, dass die von den Zwerggalaxien gezogenen Kreise alle exakt aneinander ausgerichtet sind, was man so nicht erwartet hatte. Neue Computersimulationen des Potsdamer Astrophysikers Noam Libeskind zeigen jetzt jedoch, dass man diesen Umstand mit einem kosmischen "Autobahnnetz" aus Dunkler Materie erklären kann. Dieses Netz verbindet die circa 100.00 Galaxien des Supergalaxienhaufens Laniakea miteinander, zu dem auch unsere Milchstraße gehört.

      Mi

      14.11.2018

      Recklinghausen

      Gesucht: Planet Neun
      In Verdacht: Die Sonne verschlingt mehrere Supererden und klaut eine weitere
      In den letzten 20 Jahren sind viele Exoplaneten in anderen Planetensystemen entdeckt worden. Doch unser Sonnensystem scheint einzigartig zu sein. Denn typisch für viele der anderen Systeme sind "Supererden" (Planeten mit ca. 10 Erdmassen), die ihre Sonne in sehr geringem Abstand umkreisen. Warum wir keine Supererden (mehr) haben, erklären nun Computerberechnungen, die die Bewegungen im frühen Sonnensystem rekonstruieren. Demnach ist Jupiter nach innen gewandert und hat dabei viele Kleinplaneten ins innere Sonnensystem geschickt. Damit wurden die damals vorhandenen Supererden so lange bombardiert, bis sie in die Sonne gefallen sind. Doch die hat sich offenbar eine neue Supererde besorgt: Unregelmäßigkeiten in den Bahnen von Kleinplaneten außerhalb der Plutobahn sprechen für die Existenz einer Supererde, die unsere Sonne heute in großem Abstand umkreist. Die berechnete Bahn dieses Planeten Neun deutet darauf hin, dass er nicht von Anfang an Bestandteil unseres Sonnensystems war.

      Mo

      29.10.2018

      Marmagen

      Wie real ist die Welt?

      Physikalische Ergebnisse bezweifeln die Existenz einer objektiven Wirklichkeit

      Mit dem Satz „Gott würfelt nicht“ drückte Albert Einstein aus, was er von der Quantentheorie hielt. Denn in der Quantenphysik lautet die Antwort auf die Frage, wo sich ein bestimmtes Objekt befindet: kann da sein, kann aber auch dort sein. Präzise lässt sich mit der Quantenphysik lediglich die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der das Objekt „da“ bzw. „dort“ ist. Noch bizarrer ist ein Gedankenexperiment von Erwin Schrödinger, bei dem eine Katze gleichzeitig tot und lebendig ist. Im Jahr 1935 glaubte Einstein, der Quantenphysik den Todesstoß versetzt zu haben: Aufbauend auf Einsteins Vorarbeiten hatte Schrödinger bewiesen, dass es „spukhafte“, fast telepathische Fernwirkungen zwischen Teilchen geben müsse, wenn die Quantenphysik richtig ist – was Einstein für unmöglich hielt. Doch inzwischen ist klar: Diese spukhaften Fernwirkungen existieren wirklich. Noch schlimmer: Physiker arbeiten aktuell an Experimenten, die darauf hinweisen, dass unsere Welt viel weniger real ist, als wir bisher dachten. 

      Mi

      05.09.2018

      Rheine

       

       

       

      Der folgende Vortrag ist im Rahmen des Studiums Generale der FH Aachen am 9. Januar 2017 aufgezeichnet worden:

      Einsteins Wellen

      100 Jahre nach ihrer Vorhersage sind die Raumzeit-Kräuselungen entdeckt worden

      Der englische Physiker Isaac Newton war sich eines schwerwiegenden Mangels seiner Gravitationstheorie bewusst: Die Schwerkraft wirkt in seiner Theorie über riesige Entfernungen, ohne dass es irgendetwas dazwischen gibt, was die Kraft überträgt. Albert Einstein schlug 1915 seine Lösung in Form der Allgemeinen Relativitätstheorie vor: Schwere Massen wie z.B. Sterne krümmen den Raum (und die Zeit) und der gekrümmte Raum vermittelt die Wirkung der Schwerkraft auf andere Objekte. Die meisten aus Einsteins Theorie folgenden Vorhersagen wurden inzwischen bestätigt. Doch der direkte Nachweis einer wichtigen Folgerung stand bisher noch aus: 1918 erkannte Einstein, dass beschleunigte Massen Gravitationswellen, also „Kräuselungen“ in der Raumzeit, erzeugen müssten. Am 11. Februar 2016 gab das US-amerikanische LIGO-Observatorium die Entdeckung dieser Wellen bekannt.